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Im Jahr 1933 wurde die LVA-eigene Klinik Hoheneimberg als erste Tuberkuloseklinik Deutschlands mit einer Entbindungsstation für tuberkulosekranke Frauen eröffnet. Sehr schnell setzte die LVA Westfalen damals neueste medizinische Erkenntnisse um, die Schwangerschaftsunterbrechungen bei tuberkulosekranken Frauen nicht mehr angezeigt scheinen ließen. Im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte erblickten so über 5000 Neugeborene in der Klinik Hoheneimberg das Licht der Welt.
Dank des medizinischen Fortschritts sowie der zunehmend verbesserten Lebensbedingungen stellt die Tuberkulose seit den sechziger und siebziger Jahren keine ernsthafte gesundheitliche Bedrohung mehr dar.
Statt dessen machte zu dieser Zeit eine andere „Volkskrankheit“ verstärkt auf sich aufmerksam. Der stetig wachsende Mißbrauch und die Abhängigkeit von legalen und illegalen Suchtmitteln rückte in den Mittelpunkt der bundesweiten gesundheitspolitischen Diskussion. Sichtbarster Ausdruck dieser neuen Entwicklung war auf westfälischer Leistungsträgerebene der Zusammenschluß zur Westfälischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (WAG). Mit der „Empfehlungsvereinbarung Sucht“ aus dem Jahr 1978, in der die stationären Behandlungen von Abhängigen als Rehabilitationsmaßnahme den Rentenversicherern zugeordnet und der Zugang zu stationären Behandlungsangeboten rechtlich festgeschrieben wurde, konnte ein weiterer Meilenstein gesetzt werden.
Es ergab sich für die LVA Westfalen die Frage, wie sie als größter regionaler „Sucht-Leistungsträger“ mit den neuen Anforderungen umgehen würde. Auf Brilon-Wald bezogen konkretisierte sich die Frage, ob die ehemalige, sich immer noch im Besitz der LVA befindliche Lungenheilstätte Hoheneimberg einer Nutzungsänderung unterzogen werden könne und unter welchen Bedingungen es möglich sei, sie zu einer Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke umzuwandeln. Es fiel Anfang der achtziger Jahre die Entscheidung, die Führung der Klinik als psychosomatische Fachklinik für Abhängigkeitskranke auszuschreiben und ggf. auch privaten Anbietern zugänglich zu machen.
Die damalige Bewerbung der Fuest Unternehmensgruppe um die Übernahme der Klinik basierte auf Erfahrungen mit zwei unternehmenseigenen Suchtkliniken, der 1977 eröffneten Eschenberg-Wildparkklinik Hennef und der 1979 eröffneten Klinik Tecklenburger Land. Erste Gespräche mit der LVA fanden 1981 statt. Nach und nach kristallisierten sich gegenseitige Vorstellungen bezüglich der Klinikbetreibung heraus. Am 2. Mai 1983 wechselte die Klinik Hoheneimberg den Träger, den Namen und die Indikation.
Zwei enorme, auch kostenintensive Aufgaben waren zu bewältigen: die Gesamtsanierung der Klinik Hoheneimberg nach gültigen Maßstäben für Rehabilitationsklinken sowie der Aufbau eines qualifizierten Klinikteams. Als Besonderheit kam hinzu, daß ein ehemaliger Mitarbeiterstamm der LVA in die neuen Strukturen der Klinik Brilon-Wald integriert werden mußte, wobei diese Mitarbeiter weiterhin bei der LVA angestellt waren.
Im Jahre 1990 erfolgte eine weitere Veränderung: die LVA beabsichtigte, sich endgültig von der bislang verpachteten Immobilie zu trennen und das Objekt an den Pächter zu verkaufen. Im Zuge dieser Verhandlungen wurde die Zahl der Behandlungsplätze von 100 auf 130 erhöht, daran hat sich bis heute nichts geändert.
Mit der Aufbauzeit eng verbunden ist die Person des ersten Chefarztes der Klinik Brilon-Wald, Hans Bargel. Die Erhöhung der Behandlungsplätze steht im Zusammenhang mit der Einrichtung einer Qualifizierten Entgiftung, die zunächst als Modellprojekt der Kooperation zwischen den Betriebskrankenkassen, der LVA Westfalen sowie der Klinik Brilon-Wald etabliert wurde. Für diese Phase der Differenzierung und Weiterentwicklung des Therapiekonzeptes steht der zweite Chefarzt der Klinik, Dieter Geyer. Spätestens mit den gesundheitspolitischen Veränderungen und Einschneidungen in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre war es notwendig, weitere Differenzierungen und strukturelle Veränderungen vorzunehmen, nunmehr unter der Leitung des dritten Chefarztes, Hermann Westendarp. Besondere Kennzeichen der jüngsten Entwicklung sind die Mitwirkung in einem regionalen Therapieverbund (Kooperationsverbund Sauerland), die Entwicklung neuer Konzepte wie die Mutter-Kind-Therapie, der Aufbau einer Beratungsstellenkontaktarbeit, die Einführung eines Qualitätsmanagementes, was schließlich im Jahre 2004 mit der erfolgreichen Zertifizierung der Klinik gekrönt werden konnte – um nur einige der Eckpunkte dieser Entwicklung zu markieren.
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