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Sucht und Trauma

Mit Kraft
und Stabilität
zurück ins
Leben.

Sucht und Trauma einschließlich EMDR-Behandlung

Barbara Schieper, Therapeutin

Traumatische Erlebnisse hinterlassen häufig deutliche Spuren im Gehirn bzw. im Erleben und Verhalten eines Individuums. Mittels Psychotherapie wie KTE/EMDR können jedoch die Netzwerkstrukturen einer fixierten Traumaerinnerung innerhalb der Gehirnebene nachträglich bearbeitet, anders abgespeichert und damit in ihrer Emotionalwertigkeit verändert werden. Dies führt zu einer rasch spürbaren Entlastung der Patienten, so dass diese von der suchtspezifischen Behandlung besser profitieren können. Gleichzeitig ist die Förderung von Autonomie ein wichtiger Grundbaustein der Behandlung von traumatisierten, suchtkranken Patienten, da ihnen durch  traumatische Erfahrungen häufig Autonomie und Kontrollerleben genommen wurden. Die Traumatherapie wird schrittweise erarbeitet, nicht erzwungen.

Die Behandlung erfolgt in Einzeltherapiesitzungen mit einem traumageschulten Gruppentherapeuten. Auf Wunsch kann eine einzeltherapeutische Traumatherapie auch mit einer eigens freigestellten Traumatherapeutin durchgeführt werden, die sich anhand ihres flexiblen Terminkalenders auf die jeweils benötigte Frequenz der EMDR Anwendungen der Patienten einstellen kann, so dass 2-4 Sitzungen in der Woche möglich sind. In unserem klinischen Setting können so Patienten mit ihrer vorübergehenden Destabilisierung in schwierigen Therapiephasen unterstützt und aufgefangen werden. Zusätzlich ergänzt wird die Behandlung durch die Nutzung weiterer Indikationsangebote, wie Entspannungs- und Sporttherapie, Angstbewältigungsgruppe, Depressionsgruppe, Gruppe für Patienten mit Traumafolgestörungen „Sicherheit finden“, Selbstsicherheitstraining.

Der Behandlungsablauf gliedert sich in folgenden Schritten:

  • Information über Behandlungsmethode und –ablauf.
  • Behandlungsplanung
  • Diagnostik: Testverfahren IES-R/ICD-10 Screening/IK-PTBS
  • Imaginationsübungen/EMDR zur Ressourcenaktivierung und Innere-Kind-Arbeit
  • Traumaanamnese
  • KTE: Kontrollierte Traumaexposition
  • EMDR-Behandlung
  • Verankerung und Vertiefung

Das Tempo der Behandlung bestimmt der Patient alleine, so wird gewährleistet, dass Patienten nicht überfordert werden. So kann es bedeuten, dass eine komplett abgeschlossene Traumatherapie in der Klinik stattfindet, bei der Behandlung komplexer Posttraumatischer Belastungsstörungen kann  jedoch auch eine Intervalltherapie empfohlen werden, teils im ambulanten, teils im stationären Setting um die gewonnene Stabilität in Bezug auf eine stabilisierte Abstinenz nicht zu gefährden.

Ziele der Traumabehandlung sind:

  • Vermittlung von Schutz und Sicherheit
  • Verständnis wecken für das „So geworden sein“
  • Ressourcen nutzen lernen
  • Unterbrechung der Verbindung von „Trauma und Gegenwart“
  • Reduzierung von Belastungsempfinden, Übererregbarkeit und Vermeidungsverhalten
  • Förderung der Selbstwirksamkeit
  • Handlungsspielräume wieder erweitern
  • Voraussetzungen für dauerhafte Erwerbstätigkeit schaffen
  • Rückfallprävention